• Halbe Sachen machen keinen Sinn!

Halbe Sachen machen keinen Sinn!

27.08.2018     Hans Egloff

In der ersten Augusthälfte waren an diversen Standorten in Zürich halbe Plakate zu sehen: "Eine halbe Li macht", konnte man darauf entziffern. Nun sind die Werbeträger vollständig zu sehen, denn halbe Plakate machen keinen Sinn – genauso wenig wie eine halbe Limmattalbahn.

Der Kanton Zürich wird am 23. September 2018 erneut und damit bereits zum zweiten Mal über die Limmattalbahn abstimmen. Konkret geht es um den Bau des Streckenabschnitts von Schlieren bis Killwangen-Spreitenbach. Die Volksinitiative «Stoppt die Limmattalbahn – ab Schlieren» verlangt einen Baustopp dieses Teilstücks.

Das Rückgrat der regionalen Entwicklung 

Die Limmattalbahn ist ein kantonsübergreifendes Verkehrs- und Stadtentwicklungsprojekt. Sie trägt massgeblich zur qualitativen Stadterneuerung und damit zu einer prosperierenden Zukunft bei. Ein Abbruch würde einen planerischen Scherbenhaufen quer durch das Limmattal hinterlassen und die Standortqualität massiv verschlechtern. 

Ein Verzicht auf den Bau der ganzen Limmattalbahn wäre auch eine Geldverschwendung. Die Ausgaben für die Planung der Gesamtstrecken, rund 30 bis 35 Millionen Franken, würde man mit einer Annahme der Initiative in den Sand setzen. Und wie soll man diese bereits angefallenen Kosten für die Steuerzahlenden rechtfertigen? Dazu kommen 120 Millionen Franken an Bundesgeldern für die Limmattalbahn aus dem Agglo-Fonds des Bundes, die ebenfalls hinfällig würden.

Teil der Lösung

Das Zürcher Stimmvolk hat dem Gesamtprojekt Limmattalbahn 2015 mit 64.5% bereits deutlich zugestimmt– dies im vollen Wissen um alle Fakten. Diesen Volkswillen gilt es zu respektieren. 

Das Limmattal erlebt aufgrund seiner zentralen Lage und der Nähe zur Stadt Zürich seit rund 10 Jahren eine dynamische Entwicklung. Die Bevölkerung ist diesem Trend gegenüber zum Teil skeptisch eingestellt. Wir Politiker müssen diese Sorgen ernst nehmen. Sie haben aber nichts mit der Limmattalbahn zu tun: Die Limmattalbahn ist nicht das Problem, sondern Teil der Lösung.