• Schön war es auch damals ...

Schön war es auch damals ...

14.09.2018    

Vorweg: Wir kannten das ja früher als Familie nicht, dazu hatten wir nicht genügend Geld. Aber später dann, zu Hause bei der Familie meiner Frau, habe ich es kennengelernt. Es gehörte jeweils zum Familien-Event am Sonntagnachmittag: die berühmten Dia-Shows im trauten Familienkreis. Nach dem Sonntagsgottesdienst und dem sonntäglichen Mahl wurde mit dem Prozedere begonnen. Zuerst musste der Raum peinlichst genau verdunkelt werden, dass ja kein Lichtstrahl die ohnehin schon schlechte Qualität der Dias störte. Dann kam das Aufstellen des Dia-Projektors. Auf Stuhl oder Tisch, mit oder ohne Harassen, manchmal mit Büchern als Unterlage, kurz: Das Aufstellen des Projektors gestaltete sich oft gefährlich. Und fast unter Androhung der Todesstrafe wurde allen Anwesenden verboten zu rennen, unachtsam zu sein oder laut zu niesen, damit der Projektor-Turmbau nicht umfiel. Man lief ganz «süüferli» auf dem Holzboden umher, um ja nichts zu gefährden. Nach etlichen Versuchen waren die Dias ins Fach des Projektors eingerastet, und der bekannte Ton «rätätätätääträtsch» war zu hören. Dann endlich war das erste Bild von der Mutter mit Baby auf dem Arm auf der Leinwand zu sehen. Alle Anwesenden gaben ihre Kommentare zu den Dias ab. Scherze wie «Vater, du siehst dem Güggel neben dir sehr ähnlich mit deinem gestellten Kamm» waren jeweils zu hören. Auch die verstorbene Tante erschien auf der Leinwand im dunklen Raum, und ein «Jööööh» ertönte, jöh die arme Tante. Und plötzlich – wir schwelgten gerade so schön in Erinnerungen – war ein lautes «Rätäätätätäätätätt» zu hören. Ein Dia hatte sich im Apparat verklemmt. Der für den Projektor zuständige Operateur eilte herbei und behob leise fluchend den Fehler. Wehe, wenn die Dias mehrere Male verklemmten ... dann musste alles neu geladen werden. Was häufig passierte – und dann mit lautem Gelächter quittiert wurde –, war, dass die ersten Dias auf dem Kopf oder seitenverkehrt auf der Leinwand erschienen.

Bei uns im Dorf zeigte jeweils der Herr Pfarrer die Dias von Ministrantenreise, Firmung, Kommunion etc. – und auch da gab es dieselben technischen Probleme! Man genoss diese Dia-Vorführungen trotzdem, und zwar so richtig. Heute ist alles digital und gelingt perfekt – schade, eigentlich.

Ihr Ansgar Gmür

Der Pfarrer erklärt den Schülern die Entstehung des Menschen: «... und deshalb sind Adam und Eva unsere Vorfahren!» Meldet sich Max: «Aber meine Eltern sagen, wir stammen vom Affen ab.» Daraufhin der Pfarrer: «Wir reden hier auch nicht von deiner Familie!»

Ein Mann liegt krank im Bett. Eine junge Dame klingelt an der Wohnungstür, sie hält Blumen im Arm. Eine ältere Dame öffnet. «Ich bin seine Schwester», sagt die junge Dame forsch. «Wie ich mich freue, Sie kennenzulernen », sagt die ältere Dame lächelnd, «ich bin seine Mutter.»