• Unbefriedigende Perspektive

Unbefriedigende Perspektive

19.08.2021 Hans Egloff

Alt Bekanntes vorneweg: In der Schweiz ist der Anteil Haushalte im Eigenbesitz klein. Gemäss den Zahlen der letzten ausgewerteten Volkszählung und weiterer Erhebungen lag die Wohneigentumsquote in der Schweiz bei deutlich unter 40%, im Kanton Zürich bei lediglich knapp 20%, in der Stadt Zürich sogar nur bei rund 6%. Die schweizerische Quote entspricht dem mit Abstand tiefsten Wert in Europa.

Wohnformen werden nach persönlichen Vorlieben und individuellen Möglichkeiten gewählt. Die ausschlaggebenden Ursachen, ob Menschen Eigenheimbesitzer werden oder nicht, können anhand statistischer Auswertungen untersucht werden. So wurde etwa der Frage nachgegangen, welche Personen typischerweise im Eigenheim wohnen. Anhand von Daten über im Kanton Zürich wohnhafte Personen im Alter von 30 bis 70 Jahren ergaben sich dabei folgende (wichtigste) Zusammenhänge: Personen mit höherem Einkommen und solche – unabhängig vom Einkommen – mit hoher Bildung leben häufiger im Eigenheim. Verheiratete Paare und Personen mit Kindern neigen eher dazu Wohneigentum zu erwerben. In ländlichen Gebieten liegt die Quote der Eigenheimbesitzer im Vergleich zur städtischen Agglomeration höher. Schliesslich wird der Anteil von Wohneigentümern bei steigendem Alter immer grösser.

Statistiken und die die Zahlen begründenden Ursachen sind das Eine. Die aus dem Zahlenmaterial zu ziehenden (zwingenden) Schlüsse etwas Anderes. Fest steht gemäss gesicherten Umfragen jedenfalls, dass mehr als 70% der Schweizer Wohneigentümer sein oder werden möchten. Die mit Studien ermittelten Einflussgrössen lassen im Kanton Zürich mittel- bis langfristig eine Erhöhung der Wohneigentumsquote erwarten, wobei wohl die demographische Entwicklung der wichtigste Faktor sein wird. Da das Durchschnittsalter aller 30- bis 65-Jährigen in den nächsten Jahren ansteigen wird, ist alleine dadurch eine Erhöhung der Eigenheimquote zu erwarten.

Aus Sicht derjenigen, die sich Wohneigentum wünschen und aus der Sicht unseres Interessenverbandes ist allerdings das Zuwarten bis wir alle durchschnittlich älter geworden sind eine absolut unbefriedigende Perspektive. Da muss unbedingt Einfluss genommen werden. Unsere Politik hat ein Umfeld zu schaffen, das es möglich macht, staatspolitisch wertvolle Wünsche unserer Bürgerinnen und Bürger schon vor deren Pensionierung in Erfüllung gehen zu lassen.